Vorhofflimmern

Das versteckte Problem Vorhofflimmern erkennen und in den Griff bekommen

Finden Sie mit 2 Untersuchungen heraus, ob hinter Ihrem Schwindel ein bisher unerkanntes oder mangelhaft behandeltes Vorhofflimmern steckt. Sie kommen zu 2 Terminen in unsere Praxis, und bekommen dann eine Aussage darüber, ob 1.) bei Ihnen Vorhofflimmern auftritt und 2.) dieses Vorhofflimmern zu Embolien führt. Mit diesen Aussagen wird eine ausreichende Therapie und damit Besserung der Beschwerden möglich.

 

Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einhergeht. Etwa 20% aller Schlaganfälle gehen auf Vorhofflimmern (VHF) zurück. Ca. 1 Million Menschen leiden in Deutschland unter VHF. Lässt sich ein Vorhofflimmern durch kardiologische Maßnahmen wie Verordnung bestimmter Medikamente oder durch eine Strombehandlung am Herzen, die sogenannte Kardioversion, nicht beseitigen, so werden meist gerinnungshemmende Medikamente eingesetzt. Diese sollen der Gefahr entgegenwirken, dass sich in den Vorhöfen des Herzens Blutgerinnsel bilden, die dann aus dem Herzen in den Blutkreislauf und hier meist in die Blutgefäße des Gehirns gespült werden. Hierdurch kann es zu „Verstopfungen“ von Hirngefäßen kommen.

 

Ist ein solches verschlossenes Hirngefäß für Hirngebiete zuständig, die die Bewegungsfähigkeit einer Körperhälfte vermitteln, so entsteht ein Schlaganfall mit Halbseitenlähmung. Sind kleinere Gefäße oder Gefäße betroffen, die andere Hirngebiete versorgen, so kann eine solche Embolie („Gefäßverstopfung“) unter Umständen unbemerkt bleiben. Diese Schädigung ist jedoch nur scheinbar günstiger, da wiederholte derartige Ereignisse zu einem allmählichen allgemeinen Abbau der Funktionsfähigkeit des Gehirns führen können. Eine nachlassende Funktionsfähigkeit des Gehirns kann sich dann beispielsweise in zunehmenden Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie in Wortfindungsstörungen äußern. Zudem lässt häufig die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit nach, da auch das Herz selbst durch das Vorhofflimmern geschädigt wird.

 

In unserem Centrum für Neurotherapie bieten wir in Kooperation mit Kardiologen und Internisten eine neuro-kardiologische Behandlung an, die sich dreierlei zum Ziel setzt.

 

1.) Es sollen Fälle von bisher unbekanntem Vorhofflimmern entdeckt werden. Dies ist wichtig, da Vorhofflimmern oft nicht andauernd, sondern nur hin und wieder für kurze Zeit auftritt und deshalb nicht selten trotz regelmäßiger EKG-Kontrolle unbemerkt bleibt. In Zusammenarbeit mit einem Kardiologen führen wir hier ein 7-tägiges Langzeit-EKG bei Ihnen zu Hause durch, da verstecktes VHF hiermit besser entdeckt wird als mit dem üblichen einfachen Langzeit-EKG.

 

Wenn ein Vorhofflimmern auftritt, ist es vor allem dann bedeutsam, wenn es mit Embolien einhergeht. Anzeichen eines solchen bedeutsamen, hin und wieder auftretenden VHF können Schwindel, flüchtige Mißempfindungen, Konzentrationsstörungen oder Ohrgeräusche sein. Hier kommt das sogenannte quantitative Elektroenzephalogramm (EEG) zum Einsatz. Mit Hilfe des quantitativen EEG (QEEG, nicht zu verwechseln mit dem „normalen“ EEG) lässt sich feststellen, ob ein embolisches Ereignis (Gefäßverschluss) stattgefunden hat, auch wenn dies nicht bemerkt wurde. In diesem Fall muss eine nochmalige intensive kardiologische Abklärung erfolgen.

 

2.) Die Behandlung eines Vorhofflimmerns soll kontrolliert werden. Ist bereits vorher ein QEEG durchgeführt worden, so lässt sich erkennen, ob eine neue Embolie seit der letzten Untersuchung erfolgt ist. Ist dies der Fall, so kann der Schluss gezogen werden, dass die zuletzt durchgeführte Behandlung eines bereits bekannten Vorhofflimmerns nicht ausreichend war und neu überdacht oder angepasst werden muss.

 

3.) Die Behandlung des Vorhofflimmerns soll optimiert werden. Oft ist ein sogenanntes Hyper-Arousal mit Schuld am Auftreten eines Vorhofflimmerns. Mit Hyper-Arousal ist eine erhöhte innere Anspannung (Stress) bzw. Schreckhaftigkeit und Übererregbarkeit gemeint. Hier ist es wichtig, durch geeignete Maßnahmen ein Hyper-Arousal abzumildern, um damit dem Vorhofflimmern weiteren Nährboden zu entziehen.